Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus und die Bedeutung im Krafttraining

24. März 2011

DVZ, Reflexkontraktion, muskuläre Steifigkeit

Einführung

Jede Form der Kraftaktivierung ist davon abhängig, welche neuronale Aktivierung wir willkürlich auslösen können. Jedoch bleibt auch bei voller Konzentration und maximaler Motivation ein gewisser Teil unserer Kraftfähigkeit autonom geschützt.
Dieser Teil wird als „autonome Kraftreserve“ beschrieben und stellt den Teil unserer tatsächlichen Kraftfähigkeit dar, den wir willkürlich nicht selbstständig aktivieren können.
Nur in extrem Situationen, zum Beispiel bei Unfällen, können wir unter hohem Stress und einer damit einhergehenden Hormonausschüttung eine spürbar gesteigerte Kraft realisieren.
Nun sollte man doch die Frage stellen, ob man im Training eine solche Kraftfähigkeit, die über das Maß der willkürlich erzeugbaren Kraftfähigkeit hinaus geht erzeugen kann und wenn ja, welche Bedeutung solch eine Kraftabforderung für das Training hat bzw.
für unsere Anpassungsprozesse hätte?

Dehnungs-Verkürzung-Zyklus

Die Antwort auf die Frage ist „ja“, wir können einen Kraftimpuls erzeugen, der über unsere willkürlich erzeugbare Kraftfähigkeit hinausgeht. Dies ist mittels des Einsatzes des DVZ, genauer einer reflektorischen Brückensprengung möglich.

Was ist der DVZ ? – die Theorie

Der DVZ beschreibt den Vorgang, dass auf eine exzentrische unmittelbar eine konzentrische Kontraktion erfolgt, was eine besonders große Kraftentwicklung verursacht. Genauer wird bei der exzentrischen Kontraktion in den Sehnenstrukturen Energie gespeichert und anschließend bei der konzentrischen Kontraktion kraftverstärkend freigesetzt. Hieraus entsteht ein geringerer Energiebedarf bei der konzentrischen Kontraktion bezüglich der erzielten Kraftleistung. Weiter werden im Rahmen der exzentrisch kontrahierenden Muskulatur Aktin-Myosin-Brücken gebildet, welche einen kurzfristigen Widerstand ("muskuläre Steifigkeit") gegen die rasche Dehnung darstellen. Dieser Widerstand nimmt allerdings durch die Brückenstrengung bei weiterhin bestehender Dehnung rasch ab. Durch die sehr starke Dehnung im Verlauf der exzentrischen Kontraktion werden die Muskelspindeln aktiv und über sie wird eine „Reflex-Kontraktion“ der voraktivierten Arbeitsmuskulatur ausgelöst.

Das Ergebnis

Eine elektrische Aktivität, die willentlich nicht erreichbar ist.

Für die Praxis

Durch Ausführungen im Krafttraining die einen DVZ auslösen, wie zum Beispiel den „Nieder-Hochsprung mit möglichst minimaler Kontaktzeit“ können somit gezielt Kraftimpulsen erzeugt werden, die über das Maß der willkürlich erzeugbare Kraftfähigkeit hinausgehen.
Solche Trainingsübungen fördern insbesondere die Erhaltung des Muskelfaserprofils (gegen monotone Kraftrealisierungen im herkömmlichen Training) und die Steigerung der Maximalkraftfähigkeit.

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